Obwohl Kopfschmerzen häufig auf verschiedene psychiatrische Störungen zurückgeführt werden, ist die Frage nach einer Kausalität dieser Beziehung (und ihre Richtung) noch nicht abschließend geklärt. Die folgenden Kategorien werden als vorläufige Kriteriensätze vorgeschlagen, um die Erforschung eines möglichen Zusammenhanges zwischen bestimmten psychiatrischen Erkrankungen und Kopfschmerzen zu erleichtern. Wir empfehlen aber nicht, diese routinemäßig in der klinischen Praxis anzuwenden, um die Beziehung zwischen gleichzeitig auftretenden Kopfschmerzen und psychiatrischen Störungen zu beschreiben. In der Mehrzahl der Fälle dürften Kopfschmerzen, die mit psychiatrischen Erkrankungen assoziiert sind, eher gemeinsam zugrundeliegende Risikofaktoren oder Ätiologien repräsentieren.

Bevor eine der unten aufgelisteten Diagnosen gestellt wird, sollte unbedingt gesichert sein, dass die Kopfschmerzen ausschließlich während der psychiatrischen Erkrankung auftreten. D.h. die Kopfschmerzen manifestieren sich nur in der Zeit, in der auch die Symptome der psychiatrischen Störung präsent sind. Leidet zum Beispiel ein Kind unter einer emotionalen Störung mit Trennungsangst, sollten eventuell vorhandene Kopfschmerzen nur in dem Fall auf die Trennungsangst zurückgeführt werden, wenn die Kopfschmerzen auch tatsächlich im Kontext mit einer aktuellen oder drohenden Trennung auftreten. Auf ähnliche Weise sollten bei einem Erwachsenen mit einer Panikstörung Kopfschmerzen nur dann auf die Panikstörung zurückgeführt werden, wenn die Kopfschmerzen ausschließlich als eines der Symptome einer Panikattacke auftreten.