Kommentar:

Neben einem Hirnabzess und einem subduralen Empyem gibt es noch andere raumfordernde intrakraniale infektiöse Läsionen, die Kopfschmerzen verursachen. Da die Pathophysiologie sehr unterschiedlich ist und die vorliegenden systematischen Studien nicht ausreichen, um diese Kopfschmerzen zu klassifizieren, werden vorläufige diagnostische Kriterien im Anhang aufgeführt

Diagnostische Kriterien:

  1. Kopfschmerz, der mindestens eines der folgenden Charakteristika aufweist und die Kriterien C und D erfüllt:
    1. diffuser Dauerkopfschmerz
    2. Verstärkung durch Anstrengung
    3. begleitet von Übelkeit und/oder fokal-neurologischen Zeichen oder Symptomen
  2. Nachweis einer raumfordernden intrakranialen infektiösen Läsion oder Infestation mittels zerebraler Bildgebung und/oder Laboruntersuchungen
  3. Der Kopfschmerz entwickelt sich während der raumfordernden intrakranialen Infektion oder Infestation
  4. Der Kopfschmerz verschwindet innerhalb von 3 Monaten1 nach erfolgreicher Behandlung

Anmerkung:

  1. Der Kopfschmerz verschwindet üblicherweise innerhalb eines Monats.

Kommentar:

Ursächliche Mechanismen dieses Subtyps sind direkte raumfordernde Effekte, die zu einem Anstieg des intrakranialen Druckes führen und/oder eine Reizung der Meningen oder arterieller Strukturen.

Die häufigsten Organismen, die Raumforderungen in Form von Granulomen oder Zysten im ZNS hervorrufen, sind Mykobakterien, Pilze (z.B. Cryptococcus neoformans und andere), Toxoplasma gondii, frei lebende Amöben, Cestoden (z.B. Cysticercus cellulosae, Coenurus cerebralis, Sparganum species), Nematoden (z.B. Toxocara canis, Filarien, Onchocerca volvulus, Anisakis spp.) oder Trematoden (z.B. Schistosoma spp, insbesondere Schistosoma japonicum oder Paragonimus spp).

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