Diagnostische Kriterien:

  1. Kopfschmerz, der die Kriterien C und D erfüllt (keine typischen Charakteristika bekannt)
  2. Eine Elektrokrampftherapie wurde durchgeführt
  3. Der Kopfschmerz entwickelt sich innerhalb von 4 Stunden nach Elektrokrampftherapie und dies bei wenigstens 50% der Behandlungen
  4. Der Kopfschmerz verschwindet innerhalb von 72 Stunden nach Elektrokrampftherapie

Kommentar:

Eindeutige Beschreibungen von Kopfschmerzen in Verbindung mit einer Elektrokrampftherapie (EKT) sind spärlich. Die veröffentlichen Daten dürften nicht ausreichen, um brauchbare Kriterien für Kopfschmerzen nach EKT operational zu definieren.

In einigen Fallberichten wurden die Merkmale von Kopfschmerzen nach EKT beschrieben. Hawken et al. (2001) berichten über einen Patienten, der nach einer EKT jeden 2. oder 3. Tag unter einer ?leichten Migräne? und jeden 7. bis 10. Tag unter einer ?stärkeren Migräne? litt. (Die aufgeführten Symptome stimmten mit den diagnostischen Kriterien einer 1.1 Migräne ohne Aura überein). Die Kopfschmerzen entwickelten sich jeweils unmittelbar nach Wiedererlangen des Bewusstseins nach den EKT-Sitzungen. Bei einer von 6 Gelegenheiten waren die Kopfschmerzen mit Übelkeit verbunden, wohingegen andere Symptome einer Migräne in diesem Bericht nicht beschrieben wurden. Die Kopfschmerzen sprachen nicht auf Sumatriptan an, wurden aber durch eine Kombination von Propranolol und Naproxen gelindert und schienen durch eine Propranololgabe vor der EKT verhindert werden zu können. De Battista and Mueller (1995) beschrieben einen Patienten, der schwere einseitige Kopfschmerzen nach EKT entwickelte, die mit Übelkeit/Erbrechen und Photophobie einhergingen. In der Vorgeschichte des Patienten gab es ähnliche, jedoch leichtere Kopfschmerzen. Die prophylaktische Gabe von Sumatriptan schien die Kopfschmerzen verhindern zu können, wohingegen die prophylaktische Gabe eines Betablockers unwirksam war. Ghoname et al. (1999) berichteten über 5 Patienten, die unmittelbar nach einer EKT unter Kopfschmerzen litten. Die Kopfschmerzen waren schwer und in jedem Fall beidseitig (bei zweien pochend), zeigten aber keine weiteren Symptome einer Migräne. Zahlreiche weitere Fallberichte dokumentieren schwere Kopfschmerzattacken (assoziiert mit Symptomen einer Migräne oder als migräneähnlich beschrieben) bei Patienten mit einer Migräne in der Vorgeschichte, die durch eine EKT getriggert wurden (z.B. Folkerts 1995; Oms et al. 1998). Markowitz et al. (2001) berichteten über 13 mittelschwere oder schwere Kopfschmerzattacken nach EKT. Davon waren 6 verbunden mit einer erhöhten Lichtempfindlichkeit, 4 mit einer erhöhten Lärmempfindlichkeit, 3 mit Übelkeit und 1 mit Erbrechen. Alle Attacken bis auf eine besserten sich innerhalb von 1,5 Stunden nach intranasaler Gabe von 20 mg Sumatriptan

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