Die Karotidynie wurde vom Hauptteil der Klassifikation in den Anhang verschoben, weil eine intensive Literaturrecherche zu dem Ergebnis geführt hat, dass es sich nicht um eine eigene Entität, sondern um eine Sammeldiagnose handelt, die viele Schmerzvariationen der Karotisregion umfasst. Insbesondere kann eine Karotidynie, wie sie in der 1. Auflage der Internationalen Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen beschrieben wurde, d.h. Schmerzen im Halsbereich, die bis zu 2 Wochen anhalten und mit einer Schmerzempfindlichkeit bei Palpation über der Karotisbifurkation einhergehen, auf eine Karotisdissektion zurückzuführen sein (was als 6.5.1 Kopfschmerz bei arterieller Dissektion kodiert werden sollte). Jüngst wurden einige Fallberichte einer Karotidynie veröffentlicht, bei denen sich im MRT Abnormitäten im die symptomatische Arterie umgebenden Gewebe zeigten, wie ein Intermediate-Signal in T1W1 und ein ringförmiges Enhancement nach Gadoliniuminjektion. Bis die Spezifität dieser Befunde unter Beweis gestellt ist, sollte die Karotidynie besser als ein Syndrom, denn als eine eigene Entität betrachtet werden.

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