Kommentar:

Die aktuelle Klassifikation für das 3.3 SUNCT-Syndrom weist einige bemerkenswerte Probleme auf. Erstens impliziert der Name, dass alle Patienten sowohl eine konjunktivale Injektion als auch eine Lakrimation haben. Dies entspricht nicht den klinischen Erfahrungen des Kopfschmerzklassifikationskomitees. Es ist möglich, dass das 3.3 SUNCT- Syndrom eine Unterform des weitergefassten A3.3 SUNA-Syndroms ist. Dieser Vorschlag bedarf jedoch noch einer weiteren Validierung. Zweitens lassen sich die Schmerzen nur schwer von solchen einer 13.1 Trigeminusneuralgie abgrenzen, die den 1. Trigeminusastes betrifft. Ein vorgeschlagenes Unterscheidungsmerkmal könnte die fehlende Refraktärperiode für kutane Reize beim A3.3 SUNA-Syndrom sein. Drittens ist die Attackenfrequenz des 3.3 SUNCT-Syndroms selten hilfreich, bedenkt man die Variationsbreite, die erlaubt ist. Da die Attacken gewöhnlich wenigstens täglich auftreten, ist vielleicht eine Vereinfachung der Frequenzanforderung hilfreich.

Die nachfolgend vorgeschlagenen Kriterien für A3.3 SUNA-Syndrom (als eine Alternative zu einem 3.3 SUNCT-Syndrom) dienen Forschungszwecken und bedürfen der wissenschaftlichen Überprüfung. Die kranialen autonomen Merkmale sollten im Vordergrund stehen, um diese Erkrankung von einer Neuralgie des 1. Trigeminusastes abzugrenzen.

Diagnostische Kriterien:

  1. Wenigstens 20 Attacken, die die Kriterien B-E erfüllen
  2. Einseitige orbital, supraorbital oder temporal lokalisierte Attacken von stechender oder pulsierender Qualität, die 2 Sekunden bis 10 Minuten andauern
  3. Der Schmerz wird von einem der folgenden Symptome begleitet:
    1. konjunktivale Injektion und/oder Lakrimation
    2. nasale Kongestion und/oder Rhinorrhoe
    3. Lidödem
  4. Die Attackenfrequenz liegt bei ≥1 am Tag über mehr als die Hälfte der Zeit
  5. Auf Attacken, die über Triggerzonen ausgelöst wurden, folgt keine Refraktärperiode
  6. Nicht auf eine andere Erkrankung zurückzuführen

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