Beschreibung:

Wiederkehrende Episoden, in denen sich der Kopf - zum Teil leicht rotiert - zur Seite neigt und die spontan remittieren. Sie treten bei Säuglingen und Kleinkindern auf, der Beginn liegt im ersten Lebensjahr. Die Attacken können in einen 1.3.3 benignen paroxysmalen Schwindel in der Kindheit oder eine 1.2 Migräne mit Aura übergehen oder ohne weitere Symptome verschwinden.

Diagnostische Kriterien:

  1. Episodische Attacken, die das Kriterium B erfüllen, bei einem jungen Kind mit allen folgenden Charakteristika:
    1. Neigung des eventuell leicht rotierten Kopfes zu einer Seite (nicht immer dieselbe Seite)
    2. halten Minuten bis Tage an
    3. remittieren spontan und neigen dazu, sich in Monatsabständen zu wiederholen
  2. Während der Attacken mindestens eines der folgenden Symptome und/oder Krankheitszeichen:
    1. Blässe
    2. Reizbarkeit
    3. Unwohlsein
    4. Erbrechen
    5. Ataxie1
  3. Normaler neurologischer Untersuchungsbefund zwischen den Attacken
  4. Nicht auf eine andere Erkrankung zurückzuführen

Anmerkung:

  1. Eine Ataxie tritt eher bei älteren Kinder in der betroffenen Altersgruppe auf.

Kommentar:

Der Kopf des Kindes kann in die Neutral-Nullstellung zurückgeführt werden. Ein eventuell auftretender Widerstand kann dabei überwunden werden.

Der A1.3.5 benigne paroxysmale Torticollis kann in einen 1.3.3 benignen paroxysmalen Schwindel in der Kindheit oder eine 1.2 Migräne mit Aura (insbesondere eine 1.2.6 Migräne vom Basilaristyp) übergehen.

Diese Beobachtung muss jedoch mittels Patiententagebücher, strukturierter Interviews und Längsschnitterhebungen noch weiter validiert werden. Die Differentialdiagnostik beinhaltet einen gastroösophagealen Reflux, die idiopathische Torsionsdystonie und komplex partielle Anfälle. Besondere Aufmerksamkeit muss jedoch der hinteren Schädelgrube und dem Atlantookzipitalgelenk geschenkt werden, wo kongenitale oder erworbene Läsionen zu einen Torticollis führen können.

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