IHS Diagnose ICD-10
13.18.2 Zentraler Schmerz nach Hirninfarkt [G46.21] G44.810  

Beschreibung:

Einseitiger Schmerz, der Teile oder das gesamte Gesicht mit einschließt, sowie eine Dysästhesie und Hypästhesie, die nicht durch eine Läsion des N. trigeminus erklärbar sind. Der Schmerz ist zurückzuführen auf eine Schädigung der quintothalamischen (trigeminothalamischen) Bahnen, des Thalamus oder der thalamokortikalen Projektionen. Die Symptomatik kann auch den Rumpf und/oder die Extremitäten der betroffenen oder kontralateralen Seite mit einbeziehen.

Diagnostische Kriterien:

  1. Schmerz und Dysästhesie in einer Hälfte des Gesichtes, verbunden mit einem Verlust der Wahrnehmung von Nadelstichen, Temperatur oder Berührung, die die Kriterien C und D erfüllen
  2. Eine oder beide Bedingungen sind erfüllt:
    1. Anamnese mit plötzlichem Beginn, der an eine vaskuläre Läsion (Hirninfarkt) denken läßt
    2. Nachweis einer vaskulären Läsion am entsprechenden Ort mittels CT oder MRT
  3. Schmerz und Dysästhesie entwickeln sich innerhalb 6 Monaten nach einem Hirninfarkt
  4. Nicht durch eine Läsion des N. trigeminus erklärbar

Kommentar:

Gesichtsschmerzen in Folge einer Thalamusläsion sind normalerweise Teil eines Hemisyndroms. Bei einer lateralen Läsion der Medulla oblongata kann der halbseitige Gesichtsschmerz auch isoliert auftreten, ist aber häufiger verbunden mit einer gekreuzten Hemidysästhesie.

Schmerz und Dysästhesie persistieren typischerweise.

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