IHSDiagnoseICD-10
11.4Kopfschmerz zurückzuführen auf Erkrankungen der Ohren [H60-H95] G44.844  
An anderer Stelle kodiert Kopfschmerz zurückzuführen auf ein Akustikusneurinom wird unter 7.4.2 Kopfschmerz direkt zurückzuführen auf ein Neoplasma kodiert. Kopfschmerz zurückzuführen auf eine Läsion außerhalb des Ohres, die zu fortgeleiteten Otalgien führen, werden entsprechend dem Ort und der Art der Läsion kodiert.

Diagnostische Kriterien:

  1. Kopfschmerz begleitet von Otalgien, der die Kriterien C und D erfüllt
  2. Nachweis einer strukturellen Läsion des Ohres mittels geeigneter Untersuchung
  3. Kopfschmerz und Otalgie entwickeln sich in engem zeitlichen Zusammenhang zur strukturellen Läsion
  4. Kopfschmerz und Otalgie verschwinden simultan mit Remission oder effektiver Behandlung der strukturellen Läsion

Kommentar:

Es gibt keinen Hinweis darauf, dass irgendeine Erkrankung der Ohren Kopfschmerzen ohne Zeichen einer Otalgie hervorruft. Lokale strukturelle Läsionen im Bereich von Ohrmuschel, äußerem Gehörgang, Trommelfell und Mittelohr können primäre Otalgien mit Kopfschmerzen verursachen.

Nur etwa 50% aller Ohrenschmerzen können jedoch auf eine strukturelle Läsion im Bereich des äußeren Ohres oder des Mittelohres zurückgeführt werden. Störungen außerhalb dieser Bereiche können als Folge einer Schmerzausstrahlung in die Ohrregion zu fortgeleiteten Otalgien führen. Sensible Fasern des 5., 7., 9. und 10. Hirnnerven projizieren in den Bereich der Ohrmuschel, des äußeren Gehörganges, des Trommelfells und des Mittelohres. Strukturelle Läsionen in jeder entfernten anatomischen Region, die von diesen Nerven versorgt wird, können daher als fortgeleitete Otalgien im Sinne eines übertragenen Schmerzes wahrgenommen werden. Da es sich nicht um Erkrankungen des Ohres handelt, werden sie an anderer Stelle entsprechend dem Ort und der Art der Läsion(en) kodiert.