IHSDiagnoseICD-10
11.2.1Zervikogener Kopfschmerz [M99] G44.841  
Früher verwendete Begriffe Zervikaler Kopfschmerz
An anderer Stelle kodiert Kopfschmerzen, die ursächlich mit myofaszialen Tenderpunkten assoziiert sind, werden unter 2.1.1 sporadisch auftretender episodischer Kopfschmerz vom Spannungstyp assoziiert mit perikranialer Schmerzempfindlichkeit , 2.2.1 häufig auftretender episodischer Kopfschmerz vom Spannungstyp assoziiert mit perikranialer Schmerzempfindlichkeit oder 2.3.1 chronischer Kopfschmerz vom Spannungstyp assoziiert mit perikranialer Schmerzempfindlichkeit kodiert.

Diagnostische Kriterien:

  1. Schmerz, der von seinem zervikalen Ursprung in einen oder mehrere Bereiche des Kopfes und/oder des Gesichtes projiziert wird und die Kriterien C und D erfüllt
  2. Eine Störung oder Läsion in der Halswirbelsäule oder den Halsweichteilen, die als valide Ursache von Kopfschmerzen1 bekannt oder allgemein akzeptiert ist, wurde klinisch, laborchemisch und/oder mittels Bildgebung nachgewiesen
  3. Der Nachweis, dass der Schmerz auf eine zervikogene Störung oder Läsion zurückzuführen ist, beruht auf wenigstens einem der folgenden Kriterien:
    1. Nachweis klinischer Zeichen, die eine zervikale Schmerzquelle nahelegen2
    2. Beseitigung des Kopfschmerzes nach diagnostischer Blockade einer zervikalen Struktur bzw. des versorgenden Nervens unter Verwendung einer Placebo- oder anderer adäquater Kontrolle3
  4. Der Kopfschmerz verschwindet innerhalb von 3 Monaten nach erfolgreicher Behandlung der ursächlichen Störung oder Läsion

Anmerkungen:

  1. Tumoren, Frakturen, Infektionen und eine rheumatoide Arthritis der oberen Halswirbelsäule sind formell nicht als Kopfschmerzursache validiert, werden bei Nachweis im Einzelfall aber nichtsdestotrotz als valide Ursache akzeptiert. Eine zervikale Spondylose oder Osteochondritis zählen nicht zu den akzeptierten Läsionen, die das Kriterium B erfüllen. Wenn myofasziale Tenderpunkten die Kopfschmerzen verursachen, sollte der Kopfschmerz unter 2. Kopfschmerz vom Spannungstyp kodiert werden.
  2. Für klinische Zeichen müssen Reliabilität und Validität nachgewiesen sein, bevor sie für das Kriterium C1 akzeptiert werden. Eine zukünftige Aufgabe wird die Einführung solcher reliabler und valider operationalisierter Testverfahren sein. Klinische Merkmale wie Nackenschmerz, umschriebene Schmerzempfindlichkeit im Nacken, Z.n. zervikalem Trauma, mechanische Schmerzexazerbation, Einseitigkeit, zusätzliches Bestehen von Schulterschmerzen, eingeschränkte HWS-Beweglichkeit, zervikaler Beginn, Übelkeit, Erbrechen, Photophobie und anderes sind nicht spezifisch für zervikogene Kopfschmerzen. Sie können Merkmale eines zervikogenen Kopfschmerzes sein, beweisen aber keinen Zusammenhang zwischen angenommener zervikaler Schmerzquelle und Kopfschmerz.
  3. Mit Beseitigung der Kopfschmerzen ist im engeren Sinne völlige Kopfschmerzfreiheit gemeint (0 auf einer visuellen Analogskala (VAS)), dennoch wird auch eine Schmerzreduktion um 90 % auf einen Wert von unter 5 auf einer VAS mit den Grenzen 0 bis 100 als ausreichend angesehen, das Kriterium C2 zu erfüllen.

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