IHS Diagnose ICD-10
10.1.1 Höhenkopfschmerz [W94] G44.882  

Diagnostische Kriterien:

  1. Kopfschmerz, der wenigstens zwei der nachfolgenden Charakteristika aufweist und die Kriterien C und D erfüllt:
    1. bilateral
    2. frontal oder frontotemporal
    3. dumpfe oder drückende Qualität
    4. leichte oder mittlere Intensität
    5. Verstärkung durch Anstrengung, Bewegung, Pressen, Husten oder Bücken
  2. Aufstieg in eine Höhe oberhalb von 2500 Meter
  3. Der Kopfschmerz entwickelt sich innerhalb von 24 Stunden nach dem Aufstieg
  4. Der Kopfschmerz verschwindet innerhalb von 8 Stunden nach dem Abstieg

Kommentare:

Kopfschmerzen sind eine häufige Komplikation eines Aufstieges in größere Höhen; sie treten bei mehr als 80 % der Menschen auf. Der 10.1.1 Höhenkopfschmerz scheint dabei unabhängig von einer individuellen Kopfschmerzvorgeschichte zu sein, wenn auch Migränepatienten häufig stärkere Kopfschmerzen beschreiben, die ihren typischen Migräneattacken ähneln.

Die akute Bergkrankheit besteht aus zumindest mittelstarken Kopfschmerzen in Verbindung mit einem oder mehreren der folgenden Beschwerden: Übelkeit, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Schwindel oder Schlafstörungen. Die Einnahme von Acetazolamid (2-3 x 125mg/Tag) kann die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer akuten Bergkrankheit senken. Zu den vorbeugenden Maßnahmen gehören eine 2-tägige Akklimatisationsphase vor der anstrengenden Aktivität in großer Höhe, Alkoholkarenz sowie eine großzügige Flüssigkeitszufuhr. Die meisten Höhenkopfschmerzen sprechen auf einfache Analgetika wie Paracetamol oder Ibuprofen an.

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