IHS Diagnose ICD-10
9.1.2 Kopfschmerz zurückzuführen auf eine lymphozytäre Meningitis [G03.9] G44.821  

Diagnostische Kriterien:

  1. Kopfschmerz, der wenigstens eines der nachfolgenden Charakteristika aufweist und die Kriterien C und D erfüllt:
    1. akuter Beginn
    2. sehr schwere Intensität
    3. begleitend Nackensteifigkeit, Fieber, Übelkeit, Photophobie und/oder Phonophobie
  2. Die Liquoruntersuchung zeigt eine lymphozytäre Pleozytose, eine leichte Eiweißerhöhung und normale Glukosewerte1
  3. Der Kopfschmerz entwickelt sich in engem zeitlichen Zusammenhang zur Meningitis
  4. Der Kopfschmerz verschwindet innerhalb von 3 Monaten2 nach erfolgreicher Behandlung oder Spontanremission der Infektion

Anmerkungen:

  1. Viren, Borrelien, Listerien, Pilze, Mykobakterien und andere Erreger können eventuell durch eine geeignete Methode nachgewiesen werden.
  2. Der Kopfschmerz verschwindet üblicherweise innerhalb einer Woche.

Kommentare:

Kopfschmerzen, Fieber, Photophobie und Nackensteifigkeit sind die Hauptsymptome einer lymphozytären oder nichtbakteriellen Meningitis und bleiben auch oft als Hauptsymptome während der Erkrankung bestehen.

Kopfschmerzen können sowohl bei intrakranialen Infektionen als auch bei systemischen Entzündungen auftreten. Da das Vorliegen von Zeichen einer systemischen Entzündung verbunden mit Kopfschmerzen aber nicht zwangsläufig bedeutet, dass eine Meningitis oder Enzephalitis vorliegt, muss die Diagnose einer lymphozytären Meningitis durch eine Liquoruntersuchung bestätigt werden.

Bei den Virusinfektionen spielen die Enteroviren die größte Rolle. Herpes simplex-Viren, Adenoviren, Mumpsviren und andere können aber auch verantwortlich sein.