IHS Diagnose ICD-10
9.1.1 Kopfschmerz zurückzuführen auf eine bakterielle Meningitis [G00.9] G44.821  

Diagnostische Kriterien:

  1. Kopfschmerz, der wenigstens eines der nachfolgenden Charakteristika aufweist und die Kriterien C und D erfüllt:
    1. diffus lokalisiert
    2. zunehmende Intensität bis in den sehr starken Bereich
    3. Übelkeit, Photophobie und/oder Phonophobie
  2. Nachweis einer bakteriellen Meningitis mittels Liquoruntersuchung
  3. Der Kopfschmerz entwickelt sich während der Meninigitis
  4. Einer der beiden folgenden Punkte ist erfüllt:
    1. der Kopfschmerz verschwindet innerhalb von 3 Monaten nach Abklingen der Meningitis
    2. der Kopfschmerz persistiert, aber 3 Monate nach Abklingen der Meningitis sind noch nicht vorüber

Kommentare:

Kopfschmerzen sind das häufigste und meist auch das erste Symptom einer bakteriellen Meningitis. Sie sind das Leitsymptom eines meningealen Syndroms bzw. Meningismus, welches üblicherweise Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und Photophobie umfasst.

Primäre und sekundäre Meningitiden können durch eine Vielzahl von Mikroorganismen verursacht werden. Der initiale Kopfschmerz wird durch eine direkte Stimulation von sensiblen Nervenendigungen in den Meningen durch die bakterielle Infektion ausgelöst. Bakterienprodukte (Toxine) sowie Entzündungsmediatoren wie Bradykinin, Postaglandine, Zytokine und andere durch den entzündlichen Prozess freigesetzte Substanzen verursachen nicht nur direkt Schmerzen, sondern führen zu einer Schmerzsensibilisierung und einer Freisetzung von Neuropeptiden.

Persistiert der Kopfschmerz über 3 Monate, erfolgt eine Kodierung unter 9.4.1 chronischer Kopfschmerz nach bakterieller Meningitis.

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