IHSDiagnoseICD-10
7.1.1Kopfschmerz zurückzuführen auf eine idiopathische intrakraniale Drucksteigerung [G93.2] G44.820  
Früher verwendete Begriffe Gutartige intrakraniale Drucksteigerung, Pseudotumor cerebri, meningealer Hydrops, seröse Meningitis

Diagnostische Kriterien:

  1. Zunehmender Kopfschmerz, der wenigstens eines der folgenden Charakteristika aufweist und die Kriterien C und D erfüllt:
    1. tägliches Auftreten
    2. diffus lokalisierter und/oder konstanter (nicht pulsierender) Schmerz
    3. Verstärkung durch Husten oder Pressen
  2. Es besteht eine intrakraniale Drucksteigerung, die die folgenden Kriterien erfüllt:
    1. bewußtseinsklarer Patient entweder mit normalem neurologischen Untersuchungsbefund oder einem der folgenden pathologischen Befunde:
      1. Papillenödem
      2. vergrößerter blinder Fleck
      3. Gesichtsfeldausfall (zunehmend bei fehlender Behandlung)
      4. Abduzensparese
    2. erhöhter Liquordruck (>200 mm H2O bei nicht-adipösen, >250 mm H2O bei adipösen Patienten) bestimmt durch Lumbalpunktion im Liegen oder durch epidurales oder intraventrikuläres Druckmonitoring
    3. normale Liquorchemie (erniedrigter Eiweißgehalt möglich) und Liquorzellzahl
    4. Ausschluß einer anderen intrakranialen Erkrankung (einschließlich Hirnvenenthrombose) durch geeignete Untersuchungen
    5. keine metabolische, toxische oder hormonelle Genese der Liquordrucksteigerung
  3. Der Kopfschmerz entwickelt sich in engem zeitlichen Zusammenhang zum erhöhten intrakranialen Druck
  4. Der Kopfschmerz bessert sich nach einer Reduktion des Liquordrucks auf 120 - 170 mm H2O mittels Ablassen von Liquor und verschwindet innerhalb von 72 Stunden nach anhaltender Normalisation des intrakranialen Druckes

Kommentar:

Der Kopfschmerz zurückzuführen auf eine idiopathische intrakraniale Drucksteigerung kommt gewöhnlich bei jungen übergewichtigen Frauen vor.

Obwohl die Mehrheit der Patienten ein Papillenödem aufweist, kann es auch fehlen. Andere Symptome sind intrakraniale Geräusche, Tinnitus, vorübergehendes Verschwommensehen oder Doppelbilder.

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