IHS Diagnose ICD-10
6.5.1 Kopf-, Gesicht- oder Halsschmerz zurückzuführen auf eine arterielle Dissektion [I67.0] G44.810  

Diagnostische Kriterien:

  1. Jeder neue akut aufgetretene Kopf-, Gesichts- oder Halsschmerz mit oder ohne anderen neurologischen Symptomen, der die Kriterien C und D erfüllt
  2. Nachweis einer Dissektion mittels geeigneter Gefäß- oder bildgebender Untersuchung
  3. Der Kopfschmerz tritt auf derselben Seite und in engem zeitlichen Zusammenhang zur Dissektion auf
  4. Der Kopfschmerz verschwindet innerhalb eines Monats

Kommentar:

Kopfschmerzen mit oder ohne Schmerzen im Halsbereich können die einzige Manifestation der Dissektion einer Halsarterie sein. Sie sind bei weitem das häufigste Symptom (55-100 % der Fälle) und auch das häufigste Erstsymptom (33-86 % der Fälle).

Der Kopf-, Gesichts- oder Halsschmerz ist üblicherweise einseitig (ipsilateral zur betroffenen Arterie), von starker Intensität und anhaltend (im Mittel 4 Tage). Er hat kein konstantes spezifisches Muster und ist zum Teil irreführend, weil andere Kopfschmerzen wie Migräne, Clusterkopfschmerzen, Donnerschlagkopfschmerzen oder eine Subarachnoidalblutung (insbesondere da sich eine intrakraniale Vertebralisdissektion als Subarachnoidalblutung manifestieren kann) imitiert werden. Begleitsymptome in Form von Zeichen einer zerebralen oder retinalen Ischämie und lokale Zeichen sind häufig: Insbesondere ein schmerzhaftes Horner-Syndrom oder ein schmerzhafter Tinnitus mit plötzlichem Beginn sind sehr suggestiv für eine Dissektion der A. carotis.

Die Kopfschmerzen gehen Symptomen einer Ischämie in der Regel voran und erfordern daher eine frühe Diagnose und rasche Einleitung einer Therapie. Die Diagnose basiert auf duplexsonographischen Untersuchungen, MRT, MRA oder Spiral-CT und in Zweifelsfällen auf der konventionellen Angiographie. Häufig sind mehrere dieser Untersuchungen erforderlich, da jede von ihnen unauffällig sein kann. Hinsichtlich der Therapie existieren keine randomisierten Untersuchungen, aber es besteht der Konsens, zunächst zu heparinisieren und dann entsprechend der Gefäßerholung für 3 bis 6 Monate befristet auf eine orale Antikoagulation überzugehen.

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