IHS Diagnose ICD-10
6.3.2 Kopfschmerz zurückzuführen auf eine arterio-venöse Malformation (AVM) [Q28.2] G44.811  

Diagnostische Kriterien:

  1. Jeder neue akut aufgetretene Kopfschmerz, der die Kriterien C und D erfüllt
  2. Nachweis einer arterio-venösen Malformation mittels zerebraler Bildgebung
  3. Der Nachweis des ursächlichen Zusammenhanges mit der arterio-venösen Malformation besteht
  4. Der Kopfschmerz verschwindet innerhalb von 72 Stunden
  5. Eine Subarachnoidalblutung, intrazerebrale Blutung oder eine andere Ursache für Kopfschmerzen konnten durch geeignete Untersuchungen ausgeschlossen werden

Kommentar:

Es gibt Fallberichte über Verbindungen zwischen einer arterio-venösen Malformation (AVM) und einer Vielzahl von Kopfschmerzen wie dem Clusterkopfschmerz, der chronisch paroxysmalen Hemikranie (CPH) und dem SUNCT-Syndrom. Allerdings fanden sich bei diesen Fällen jeweils durchweg atypische Details. Es gibt bislang keine eindeutige Evidenz für eine Beziehung zwischen arterio-venösen Malformationen und diesen primären Kopfschmerzen in ihrem typischen Auftreten.

Bei bis zu 58% der Frauen mit einer arterio-venösen Malformation bestand eine Migräne mit Aura. Ein gewichtiges Argument zugunsten einer kausalen Beziehung ist hier die eindeutige Korrelation zwischen der Seite, auf der die Kopfschmerzen bzw. die Aura auftritt und die Seite, auf der die AVM lokalisiert ist. Damit besteht die begründete Vermutung, dass eine AVM Migräneattacken mit Aura verursachen kann (symptomatische Migräne). In großen AVM-Fallserien ist eine Migräne als Leitsymptom im Gegensatz zu Blutungen, epileptischen Anfällen oder fokal-neurologischen Defizite jedoch deutlich seltener.

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