IHS Diagnose ICD-10
6.3.1 Kopfschmerz zurückzuführen auf ein sackförmiges Aneurysma [Q28.3] G44.811  

Diagnostische Kriterien:

  1. Jeder neue akut aufgetretene Kopfschmerz einschließlich Donnerschlagkopfschmerzen und/oder schmerzhafter Parese des N. oculomotorius, der die Kriterien C und D erfüllt
  2. Nachweis eines sackförmigen Aneurysmas mittels zerebraler Bildgebung
  3. Der Nachweis des ursächlichen Zusammenhanges mit dem sackförmigen Aneurysmas besteht
  4. Der Kopfschmerz verschwindet innerhalb von 72 Stunden
  5. Eine Subarachnoidalblutung, intrazerebrale Blutung oder eine andere Ursache für Kopfschmerzen konnten durch geeignete Untersuchungen ausgeschlossen werden

Kommentare:

Etwa 18% der Patienten mit einem nicht-rupturierten Aneurysma berichten über Kopfschmerzen.

Diese Kopfschmerzen weisen üblicherweise keine spezifischen Merkmale auf. Bei etwa 50% der Patienten gehen einer aneurysmatisch bedingten Subarachnoidalblutung Donnerschlagkopfschmerzen voraus. Obwohl Donnerschlagkopfschmerzen auch in Abwesenheit einer Gefäßmalformation auftreten können, sollte mit Hilfe geeigneter nicht-invasiver Verfahren (MRA oder CT-Angio) oder im Zweifelsfall auch mittels konventioneller Angiographie nach einer solchen Fehlbildung gesucht werden. Eine klassische Variante des "Vorwarnschmerzes" als Hinweis auf eine bevorstehende Ruptur oder eine zunehmende Vergrößerung eines Aneurysmas ist eine schmerzhafte Lähmung des 3. Hirnnerven mit einem retroorbitalen Schmerz und einer erweiterten Pupille als Hinweis auf ein Aneurysma der A. communicans posterior oder des Endabschnittes der A. carotis interna.

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