IHS Diagnose ICD-10
6.2.2 Kopfschmerz zurückzuführen auf eine subarachnoidale Blutung (SAB) [I60] G44.810  

Diagnostische Kriterien:

  1. Starker Kopfschmerz mit plötzlichem Beginn, der die Kriterien C und D erfüllt
  2. Nachweis einer nicht-traumatischen subarachnoidalen Blutung mit oder ohne anderen klinischen Symptomen mittels zerebraler Bildgebung (CCT oder MRT T2 oder Flair) oder Liquoruntersuchung
  3. Der Kopfschmerz entwickelt sich gleichzeitig mit der Blutung
  4. Der Kopfschmerz verschwindet innerhalb von 1 Monat

Kommentare:

Eine Subarachnoidalblutung ist die mit Abstand häufigste Ursache für einen extremen Kopfschmerz mit abrupten Beginn (Donnerschlagkopfschmerz). Sie ist noch immer ein ernstes Krankheitsbild (50 % der Patienten sterben in Folge der SAB, häufig noch bevor sie das Krankenhaus erreicht haben und 50 % der Überlebenden behalten bleibende Schäden zurück).

Lässt man Traumata unberücksichtigt, resultieren 80% der Fälle aus einem rupturierten sakkulären Aneurysma.

Die Kopfschmerzen sind zu Beginn häufig einseitig und werden von Übelkeit, Erbrechen, Bewusstseinstörungen, Nackensteifigkeit und selten auch von Fieber oder Herzrhythmusstörungen begleitet. Manchmal ist der Kopfschmerz aber auch weniger stark und tritt ohne Zusatzsymptome auf. Der abrupte Beginn ist das Leitsymptom. Jeder Patienten mit abrupten Kopfschmerzbeginn oder Donnerschlagkopfschmerz sollte auf eine SAB hin untersucht werden. Die Diagnose kann meist mittels CCT ohne Kontrastmittel oder MRT (Flair Sequenz) bestätigt werden. Die Sensitivität der Bildgebung liegt bei > 90 % in den ersten 24 Stunden. Ist die zerebrale Bildgebung negativ, zweideutig oder technisch inadäquat, sollte eine Lumbalpunktion durchgeführt werden.

Eine Subarachnoidalblutung ist ein neurochirurgischer Notfall.

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