IHS Diagnose ICD-10
5.5.2 Kopfschmerz zurückzuführen auf ein subdurales Hämatom [S06.5] G44.88  

Diagnostische Kriterien:

  1. Akuter oder zunehmender Kopfschmerz, der die Kriterien C und D erfüllt (keine weiteren typischen Charakteristika bekannt).
  2. Nachweis eines subduralen Hämatoms in der zerebralen Bildgebung
  3. Der Kopfschmerz tritt innerhalb von 24 bis 72 Stunden nach Entwicklung des Hämatoms auf
  4. Einer der beiden folgenden Punkte ist erfüllt:
    1. der Kopfschmerz verschwindet innerhalb von 3 Monaten nach Entlastung des Hämatoms
    2. der Kopfschmerz persistiert, aber es sind noch keine 3 Monate seit der Entlastung des Hämatoms verstrichen

Kommentare:

Anhand des zeitlichen Verlaufes können verschiedene Arten des subduralen Hämatoms unterschieden werden. Beim akuten und subakuten Hämatom, die üblicherweise nach einem offensichtlichen Kopftrauma auftreten, sind Kopfschmerzen häufig (11-53 %), werden aber üblicherweise von fokal-neurologischen Defiziten und Bewusstseinsstörungen in den Hintergrund gedrängt. Beim chronischen subduralen Hämatom sind Kopfschmerzen noch häufiger (bis zu 81%) und - obwohl weniger stark - meist das führende Symptom. Die Diagnosestellung kann hier schwierig sein, weil das ursprüngliche Kopftrauma oft trivial ist und von den Patienten bereits vergessen wurde. Bei älteren Personen mit zunehmenden Kopfschmerzen sollte immer an ein chronisches subdurales Hämatom gedacht werden, insbesondere wenn sie zusätzlich eine kognitive Beeinträchtigung und diskrete fokal-neurologische Defizite aufweisen.

Ein bilaterales subdurales Hämatom kann als Komplikation eines Liquorunterdrucks auftreten. Der Kopfschmerz sollte dann darunter kodiert werden. In diesen Fällen ist der Kopfschmerz initial lageabhängig und bleibt im weiteren Verlauf entweder vornehmlich lageabhängig oder er entwickelt sich zum Dauerschmerz.

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