IHS Diagnose ICD-10
3.3 Short-lasting Unilateral Neuralgiform headache attacks with Conjunctival injection and Tearing (SUNCT) G44.08  

Beschreibung:

SUNCT

Das SUNCT-Syndrom ist gekennzeichnet durch kurz anhaltende einseitige Schmerzattacken, die deutlich kürzer als bei anderen trigemino-autonomen Kopfschmerzerkrankungen sind. In der Regel tritt ipsilateral zum Schmerz eine deutliche Lakrimation und konjunktivale Injektion auf.

Diagnostische Kriterien:

  1. Wenigstens 20 Attacken, die die Kriterien B-D erfüllen
  2. Einseitige orbital, supraorbital oder temporal lokalisierte Attacken von stechender oder pulsierender Qualität, die 5 bis 240 Sekunden andauern.
  3. Der Schmerz wird begleitet durch eine ipsilaterale konjunktivale Injektion und Lakrimation
  4. Die Attackenfrequenz liegt bei 3 bis 200/Tag.
  5. Nicht auf eine andere Erkrankung zurückzuführen1

Anmerkung:

  1. Vorgeschichte, körperliche und neurologische Untersuchungen geben keinen Hinweis auf eine der unter 5 bis 12 aufgeführten Erkrankungen oder Vorgeschichte und/oder körperliche und/oder neurologische Untersuchungen lassen an eine solche Erkrankung denken, doch konnte diese durch geeignete Untersuchungen ausgeschlossen werden oder eine solche Erkrankung liegt vor, die Kopfschmerzen traten jedoch nicht erstmals in engem zeitlichen Zusammenhang mit dieser Erkrankung auf.

Kommentar:

Dieses Syndrom wurde erstmals nach Publikation der ersten Auflage der Internationalen Klassifikation von Kopfschmerzen beschrieben und ist in der letzten Dekade allgemein akzeptiert worden

Bei einigen Patienten tritt nur entweder eine konjunktivale Injektion oder eine Lakrimation auf, oder andere kraniale autonome Symptome wie eine nasale Kongestion, eine Rhinorrhoe oder ein Lidödem sind zu sehen. 3.3 SUNCT könnte eine Unterform von A3.3 Short-lasting Unilateral Neuralgiform headache attacks with cranial Autonomic symptoms (SUNA) sein, das im Anhang beschrieben ist.

Nach dem Stand der Literatur könnte ein 3.3 SUNCT-Syndrom am ehestens durch eine Läsion in der hinteren Schädelgrube imitiert werden oder die Hypophyse ist involviert.

SUNCT mit gleichzeitig vorhandener Trigeminusneuralgie:

Es wurden Patienten mit einer Überlappung von 3.3 SUNCT und einer 13.1 Trigeminusneuralgie beschrieben. Diese Patienten sollten beide Diagnosen erhalten. Die Differenzierung ist klinisch meist schwierig.

Zurück

Top

 

Drucken

Weiterempfehlen