IHS Diagnose ICD-10
2.2 Häufig auftretender episodischer Kopfschmerz vom Spannungstyp G44.2  

Beschreibung:

Häufig auftretende Kopfschmerzepisoden mit einer Dauer von Minuten bis Tagen. Der Schmerz ist typischerweise beiderseits lokalisiert und von drückender, beengender Qualität. Er erreicht eine leichte bis mäßige Intensität und verstärkt sich nicht durch körperliche Routineaktivitäten. Es besteht keine begleitende Übelkeit, aber Photophobie oder Phonophobie können vorhanden sein.

Diagnostische Kriterien:

  1. Wenigstens 10 Episoden, die die Kriterien B-D erfüllen und durchschnittlich an ≥1 Tag / Monat, aber <15 Tagen / Monat über mindestens 3 Monate auftreten (≥12 und <180 Tage / Jahr)
  2. Die Kopfschmerzdauer liegt zwischen 30 Minuten und 7 Tagen
  3. Der Kopfschmerz weist mindestens 2 der folgenden Charakteristika auf:
    1. beidseitige Lokalisation
    2. Schmerzqualität drückend oder beengend, nicht pulsierend
    3. leichte bis mittlere Schmerzintensität
    4. keine Verstärkung durch körperliche Routineaktivitäten wie Gehen oder Treppensteigen
  4. Beide folgenden Punkte sind erfüllt:
    1. Keine Übelkeit oder Erbrechen (Appetitlosigkeit kann auftreten)
    2. Photophobie oder Phonophobie, nicht jedoch beides kann vorhanden sei
  5. Nicht auf eine andere Erkrankung zurückzuführen1

Anmerkung:

  1. Vorgeschichte, körperliche und neurologische Untersuchungen geben keinen Hinweis auf eine der unter 5 bis 12 aufgeführten Erkrankungen oder Vorgeschichte und/oder körperliche und/oder neurologische Untersuchungen lassen an eine solche Erkrankung denken, doch konnte diese durch geeignete Untersuchungen ausgeschlossen werden oder eine solche Erkrankung liegt vor, die Kopfschmerzen traten jedoch nicht erstmals in engem zeitlichen Zusammenhang mit dieser Erkrankung auf.

Kommentar:

Der häufig auftretende episodische Kopfschmerz vom Spannungstyp findet sich nicht selten zusätzlich bei Patienten mit einer Migräne ohne Aura. Das gemeinsame Auftreten von Kopfschmerzen vom Spannungstyp und Migräne sollte idealerweise durch einen Kopfschmerzkalender gezeigt werden. Die Behandlung der Migräne unterscheidet sich deutlich von der des Kopfschmerzes vom Spannungstyp. Es ist daher von größter Wichtigkeit, Patienten zu schulen, diese Kopfschmerzen zu differenzieren, damit sie jeweils die richtige Behandlung wählen und um damit langfristig einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz zu verhindern.

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