IHS Diagnose ICD-10
2.1.1 Sporadisch auftretender episodischer Kopfschmerz vom Spannungstyp assoziiert mit perikranialer Schmerzempfindlichkeit G44.20  

Diagnostische Kriterien:

  1. Episoden erfüllen die Kriterien A-E für 2.1 sporadisch auftretender episodischer Kopfschmerz vom Spannungstyp
  2. Erhöhte Schmerzempfindlichkeit der perikranialen Muskulatur bei manueller Palpation

Kommentare:

Eine erhöhte perikraniale Schmerzempfindlichkeit nachgewiesen durch manuelle Palpation ist der wichtigste Befund bei Patienten mit Kopfschmerzen vom Spannungstyp. Die Schmerzempfindlichkeit steigt dabei mit der Intensität und Häufigkeit der Kopfschmerzen vom Spannungstyp an und wird während des eigentliches Kopfschmerzes noch weiter verstärkt. Die diagnostische Wertigkeit des EMG und der Druckalgesiometrie ist limitiert, sie sind daher in dieser 2. Auflage nicht mehr aufgeführt. Eine erhöhte perikraniale Schmerzempfindlichkeit des M. frontalis, M. temporalis, M. masseter, der Mm. pterygoidei, des M. sternocleidomastoideus, M. splenius und des M. trapezius kann auf einfache Weise durch manuelle Palpation mit kleinen rotierenden Bewegungen und festem Druck (idealerweise mit einem Palpometer) des 2. oder 3. Fingers bestimmt werden. Ein lokaler Schmerzempfindlichkeitsscore von 0 bis 3 für jeden einzelnen Muskel kann zu einem individuellen Gesamtscore zusammengezählt werden. Es konnte gezeigt werden, dass der Gebrauch von Hilfsmitteln, die eine Palpation mit kontrolliertem Druck erlauben, zu validieren und reproduzierbaren Ergebnisse führt. Allerdings sind diese Hilfsmittel nicht generell verfügbar, so dass in der Praxis zumindest die manuelle Palpation als klassische klinische Untersuchungsmethode durchgeführt werden sollte.

Die Palpation ist als richtungsgebend für die Behandlung sehr hilfreich, sie unterstützt aber auch die Aussagekraft der Erklärungen gegenüber dem Patienten.

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