IHS Diagnose ICD-10
1.4 Retinale Migräne G43.81  

Beschreibung:

Wiederholte Anfälle von monokulären visuellen Phänomenen wie Flimmern, Skotomen oder Erblindung in Verbindung mit Migränekopfschmerzen.

Diagnostische Kriterien:

  1. Mindestens zwei Attacken, welche die Kriterien B und C erfüllen
  2. Vollständig reversible monokuläre, positive und/oder negative visuelle Phänomene (Flimmern, Skotome oder Blindheit). Der Befund sollte entweder durch eine ärztliche Untersuchung während der Attacke bestätigt werden oder durch die Zeichnung eines monokularen Gesichtsfelddefekt durch den Patient während der Attacke (nach vorangehender genauer Instruktion).
  3. Kopfschmerzen, die die Kriterien B-D für eine 1.1 Migräne ohne Aura erfüllen, beginnen noch während der Sehstörungen oder folgen ihnen innerhalb von 60 Minuten
  4. Normaler ophthalmologischer Untersuchungsbefund außerhalb der Attacke
  5. Nicht auf eine andere Erkrankung zurückzuführen1

Anmerkung:

  1. Geeignete Untersuchungen konnten andere Ursachen einer transienten monokulären Blindheit ausschließen.

Kommentar:

Einige Patienten, die eine monokulare Sehstörung beschreiben, haben in Wirklichkeit eine Hemianopsie. Es wurde über einige Fälle ohne begleitende Kopfschmerzen berichtet, bei denen der ursächliche Zusammenhang mit einer Migräne jedoch nicht gesichert ist. Andere Ursachen für eine transiente monokuläre Blindheit (Amaurosis fugax) wie eine Optikusneuropathie oder eine Karotisdissektion müssen ausgeschlossen werden.

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