IHSDiagnoseICD-10
1.2.6Migräne vom BasilaristypG43.103  
Früher verwendete Begriffe Basilarisarterienmigräne, Basilarismigräne

Beschreibung:

Migräne mit Aura, bei der die Aurasymptome eindeutig dem Hirnstamm und/oder beiden Hemisphären gleichzeitig zuzuordnen sind und keine motorische Schwäche vorhanden ist.

Diagnostische Kriterien:

  1. Mindestens 2 Attacken, welche die Kriterien B-D erfüllen
  2. Die Aura besteht aus mindestens einem der folgenden vollständig reversiblen Symptomen, nicht aber aus einer motorischen Schwäche:
    1. Dsyarthrie
    2. Schwindel
    3. Tinnitus
    4. Hörminderung
    5. Doppeltsehen
    6. Sehstörungen gleichzeitig sowohl im temporalen als auch im nasalen Gesichtsfeld beider Augen
    7. Ataxie
    8. Bewusstseinsstörung
    9. simultane bilaterale Parästhesien
  3. Wenigstens einer der folgenden Punkte ist erfüllt:
    1. wenigstens ein Aurasymptom entwickelt sich allmählich über ≥ 5 Minuten hinweg und/oder verschiedene Aurasymptome treten nacheinander in Abständen von ≥ 5 Minuten auf
    2. Jedes Symptom hält ≥ 5 Minuten und ≤ 60 Minuten an
  4. Kopfschmerzen, die die Kriterien B-D für eine 1.1 Migräne ohne Aura erfüllen, beginnen noch während der Aura oder folgen dem Aurabeginn innerhalb von 60 Minuten
  5. Nicht auf eine andere Erkrankung zurückzuführen1

Anmerkung:

  1. Vorgeschichte, körperliche und neurologische Untersuchungen geben keinen Hinweis auf eine der unter 5 bis 12 aufgeführten Erkrankungen oder Vorgeschichte und/oder körperliche und/oder neurologische Untersuchungen lassen an eine solche Erkrankung denken, doch konnte diese durch geeignete Untersuchungen ausgeschlossen werden oder eine solche Erkrankung liegt vor, Migräneattacken traten jedoch nicht erstmals in engem zeitlichen Zusammenhang mit dieser Erkrankung auf.

Kommentar:

Migräneattacken vom Basilaristyp treten insbesondere bei jungen Erwachsenen auf. Viele Patienten mit Migräneattacken vom Basilaristyp berichten auch über Attacken mit typischer Aura (beide Erkrankungen sollten dann kodiert werden).

Besteht eine motorische Schwäche sollte eine 1.2.4 familiäre hemiplegischen Migräne oder 1.2.5 sporadische hemiplegischen Migräne kodiert werden. In 60% der Fälle haben Patienten mit einer 1.2.4 familiären hemiplegischen Migräne Symptome wie bei einer Migräne vom Basilaristyp. Deshalb sollte eine 1.2.6 Migräne vom Basilaristyp nur diagnostiziert werden, wenn keine motorische Schwäche besteht.

Viele der unter Kriterium B aufgelisteten Symptome könne fehlinterpretiert werden, da sie auch in Verbindung mit Angst und Hyperventilation auftreten können.

Ursprünglich wurde der Begriff Basilarisarterienmigräne oder Basilarismigräne verwendet. Da aber eine Beteiligung des Versorgungsgebietes der A. basilaris als unsicher gilt (da eventuell die Symptome bihemisphärischen Ursprungs sind), sollte der Begriff Migräne vom Basilaristyp bevorzugt werden.

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