IHS Diagnose ICD-10
1.2.5 Sporadische hemiplegische Migräne G43.105  

Beschreibung:

Migräne mit Aura, die eine motorische Schwäche einschließt, aber kein Verwandter ersten oder zweiten Grades weist ebenfalls Migräneauren mit einer motorischen Schwäche auf.

Diagnostische Kriterien:

  1. Mindestens 2 Attacken, welche die Kriterien B und C erfüllen
  2. Die Aura besteht aus einer vollständig reversiblen motorischen Schwäche und mindestens einem der folgenden Symptome:
    1. vollständig reversible visuelle Symptome mit positiven (z.B. flackernde Lichter, Punkte oder Linien) und/oder negativen Merkmalen (d.h. Sehverlust)
    2. vollständig reversible sensible Symptome mit positiven (d.h. Kribbelmissempfindungen) und/oder negativen Merkmalen (d.h. Taubheitsgefühl)
    3. vollständig reversible dysphasische Sprachstörung
  3. Wenigstens 2 der folgenden Punkte sind erfüllt
    1. wenigstens ein Aurasymptom entwickelt sich allmählich über ≥ 5 Minuten hinweg und/oder verschiedene Aurasymptome treten nacheinander in Abständen von ≥ 5 Minuten auf
    2. Jedes Symptom hält ≥ 5 Minuten und ≤ 24 Stunden an
    3. Kopfschmerzen, die die Kriterien B-D für eine 1.1 Migräne ohne Aura erfüllen, beginnen noch während der Aura oder folgen dem Aurabeginn innerhalb von 60 Minuten
  4. Kein Verwandter ersten oder zweiten Grades weist ebenfalls Attacken auf, die die Kriterien A-E erfüllen.
  5. Nicht auf eine andere Erkrankung zurückzuführen1

Anmerkung:

  1. Vorgeschichte, körperliche und neurologische Untersuchungen geben keinen Hinweis auf eine der unter 5 bis 12 aufgeführten Erkrankungen oder Vorgeschichte und/oder körperliche und/oder neurologische Untersuchungen lassen an eine solche Erkrankung denken, doch konnte diese durch geeignete Untersuchungen ausgeschlossen werden oder eine solche Erkrankung liegt vor, Migräneattacken traten jedoch nicht erstmals in engem zeitlichen Zusammenhang mit dieser Erkrankung auf.

Kommentar:

Epidemiologische Untersuchungen konnten zeigen, dass die sporadischen Fälle mit ungefähr der gleichen Häufigkeit wie die familiären Fälle vorkommen. Die Attacken zeigen die gleichen klinischen Merkmale wie bei der 1.2.4 familiären hemiplegischen Migräne.

Die sporadische Form macht jedoch grundsätzlich eine zerebrale Bildgebung und weitere Untersuchungen zum Ausschluss einer anderen Ursache erforderlich. Eine Lumbalpunktion sollte durchgeführt werden, um eine Pseudomigräne mit vorrübergehenden neurologischen Symptomen und einer lymphozytären Pleozytose auszuschließen. Diese Erkrankung kommt häufiger bei Männern vor und ist häufig assoziiert mit einer transienten Hemiparese und Aphasie.

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