Die Klassifikation

Die Klassifikation ist nach einem hierarchischen Prinzip aufgebaut und jeder Anwender muss selbst entscheiden, wie detailliert eine Diagnose im Einzelfall sein soll. Diese kann sich von der Ebene der ersten Stelle bis zur vierten Stelle erstrecken. Die erste Stelle gibt die grobe Orientierung an, in welche Diagnosegruppe der Kopfschmerz gehört. Handelt es sich z.B. um eine 1. Migräne, einen 2. Kopfschmerz vom Spannungstyp oder einen 3. Clusterkopfschmerz bzw. einen anderen trigemino-autonomen Kopfschmerz? Die weiteren Stellen beinhalten dann detailliertere Informationen zur Diagnose. Die gewünschte Detailtiefe hängt vom Zweck ab. In der Allgemeinarztpraxis werden in der Regel nur Diagnosen mit einer 1. oder 2. Stelle erforderlich sein, während spezialisierte Praxen oder Kopfschmerzzentren Diagnosen mit einer 3. oder 4. Stelle verwenden werden.

Teil 1: Primäre Kopfschmerzerkrankungen

Teil 2: Sekundäre Kopfschmerzerkrankungen

Teil 3: Kraniale Neuralgien, zentraler und primärer Gesichtsschmerz und andere Kopfschmerzen

Anleitung zum Gebrauch der Klassifikation

Dieses ausführliche Werk ist nicht dafür bestimmt, auswendig gelernt zu werden. Selbst die Mitglieder des Kopfschmerzklassifikationskomitees dürften nicht in der Lage sein, sich an alle Details zu erinnern. Vielmehr sollte man dieses Werk von Zeit zu Zeit immer wieder nach Bedarf konsultieren. Auf diese Weise wird man Stück für Stück die diagnostischen Kriterien für 1.1 Migräne ohne Aura, 1.2 Migräne mit Aura, die wichtigsten Unterformen des 2. Kopfschmerzes vom Spannungstyp und des 3.1 Clusterkopfschmerzes und einiger anderen Kopfschmerztypen kennenlernen. Die übrigen Kopfschmerztypen wird man immer nachschlagen müssen. Im klinischen Alltag wird man die Klassifikation bei einer eindeutigen Migräne oder einem Kopfschmerz vom Spannungstyp nicht benötigen. Sie ist aber dann nützlich, wenn die Diagnose unsicher ist. Für wissenschaftliche Zwecke jedoch ist die Klassifikation unentbehrlich. Jeder Patient, der in ein Studienprojekt aufgenommen werden soll, sei es in eine Untersuchung von Medikamenten, zur Pathophysiologie oder zur Biochemie von Kopfschmerzen, muss einen Satz diagnostischer Kriterien erfüllen...
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